Risiko- und Chancenprofil der NORMA Group
Im Rahmen der Erstellung und Überwachung des Risiko- und Chancenprofils bewertet die NORMA Group die Chancen und Risiken anhand der finanziellen Auswirkungen und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeiten. Die finanziellen Auswirkungen von Chancen und Risiken werden anhand der Auswirkung auf das Ergebnis bzw. der Liquidität des Konzerns bewertet. Dabei werden die folgenden vier Kategorien mit Bezug auf die potenziell maximale, durchschnittliche jährliche Auswirkung im Betrachtungszeitraum des Risikomanagementsystems verwendet:
•gering: bis zu EUR 5 Mio. Ergebnis- bzw. Liquiditätseffekt
•moderat: mehr als EUR 5 Mio. und bis zu EUR 15 Mio. Ergebnis- bzw. Liquiditätseffekt
•wesentlich: mehr als EUR 15 Mio. und bis zu EUR 30 Mio. Ergebnis- bzw. Liquiditätseffekt
•hoch: mehr als EUR 30 Mio. Ergebnis- bzw. Liquiditätseffekt
Die für die Bewertung von Chancen und Risiken verwendeten Eintrittswahrscheinlichkeiten werden anhand der folgenden vier Kategorien quantifiziert. Zum Zwecke einer besseren Verständlichkeit der Bewertung von Eintrittswahrscheinlichkeiten wurden die Bezeichnungen der verwendeten Kategorien hierbei im Vergleich zum letzten Geschäftsbericht überarbeitet:
•sehr unwahrscheinlich: bis zu 5 % Eintrittswahrscheinlichkeit (vormals: „unwahrscheinlich“)
•unwahrscheinlich: mehr als 5 % und bis zu 25 % Eintrittswahrscheinlichkeit (vormals: „möglich“)
•möglich: mehr als 25 % und bis zu 50 % Eintrittswahrscheinlichkeit (vormals: „wahrscheinlich“)
•wahrscheinlich: mehr als 50 % Eintrittswahrscheinlichkeit (vormals: „sehr wahrscheinlich“)
Im Fortgang werden die wesentlichen Risiko- und Chancenbereiche im Kontext des Geschäftsmodells der NORMA Group dargestellt. Das Risiko- und Chancenprofil stellt dabei – wenn nicht anders angegeben – die Einschätzung des Managements der NORMA Group zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 dar. Die finanziellen Auswirkungen sowie Eintrittswahrscheinlichkeiten werden dabei als Netto-Effekte dargestellt, d. h. unter Berücksichtigung bereits eingeleiteter Gegenmaßnahmen.
Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen
Die NORMA Group ist einer Reihe finanzwirtschaftlicher Risiken, einschließlich Ausfall-, Liquiditäts- und Marktrisiken, ausgesetzt. Das Finanzrisikomanagement der Gruppe konzentriert sich auf die Risikoidentifikation, -bewertung und -begrenzung und ist darauf ausgerichtet, mögliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu minimieren. Zur Absicherung bestimmter Risikopositionen werden auch derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Das Finanzrisikomanagement wird von der Abteilung Group Treasury & Insurance (Group Treasury) durchgeführt. Die Verantwortungsbereiche und notwendigen Kontrollen, die im Zusammenhang mit dem Risikomanagement stehen, werden vom Management der Gruppe festgelegt. Group Treasury ist in enger Abstimmung mit den operativen Einheiten des Konzerns für die Identifikation, Bewertung und Absicherung von Finanzrisiken verantwortlich. In diesem Zusammenhang wirken diverse Prozesse und organisatorische Strukturen zusammen, um Chancen und Risiken regelmäßig zu messen, zu bewerten und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Group Treasury erstellt regelmäßig Analysen hinsichtlich Ausfall-, Zins- und Währungs- sowie Liquiditätsrisiken. Die Ergebnisse werden anschließend intern erörtert und entsprechende Maßnahmen definiert. Über wesentliche Risiken unterrichtet das Group Treasury zudem die leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter relevanter Abteilungen im Rahmen eines zweimal im Monat tagenden Gremiums und diskutiert dabei den Umgang mit diesen Risiken sowie deren potenzielle Auswirkungen auf die NORMA Group. KONZERNANHANG
Kapitalrisikomanagement
Die Zielsetzung der NORMA Group bei der Steuerung ihres Kapitals besteht primär darin, nachhaltig ihre Schulden bedienen zu können und finanzielle Stabilität zu erhalten. Die NORMA Group unterliegt per 31. Dezember 2024 bei keinem ihrer Finanzierungsverträge der Pflicht zur Einhaltung einer Finanzkennziffer (Financial Covenant). Lediglich die Finanzierungskosten der einzelnen Finanzierungsverträge sind abhängig von der Höhe der Finanzkennziffer (Financial Covenant) Total Net Debt Cover (Verschuldung im Verhältnis zum bereinigten Konzern-EBITDA). Die Höhe dieser Kennzahl wird ebenso wie die Höhe der Nettoverschuldung und die Fälligkeitsstruktur der Finanzschulden kontinuierlich überwacht. Wertänderungen der in diese Finanzkennziffer eingehenden Größen werden mittels langfristiger Hedgingstrategien begrenzt. Sonstige Financial Covenants existieren nur innerhalb eines 2019 ausgehandelten syndizierten Bankkredits und werden lediglich im Vorfeld möglicher M&A-Transaktionen getestet, ohne ein Kündigungsrecht der Gläubigerbanken zu begründen.
Ausfallrisiken
Ausfallrisiken bestehen darin, dass Vertragspartner der NORMA Group ihren aus der Geschäftstätigkeit und den Finanztransaktionen entstehenden Verpflichtungen nicht nachkommen. Dabei sind Ausfallrisiken im Hinblick auf Einlagen und andere abgeschlossene Geschäfte bei Kredit- und Finanzinstituten aufgrund der Art der betreffenden Aktiva und Geschäftsbeziehungen sowie der Solidität der bestehenden Bankenpartner aktuell keine wesentliche Risikokategorie für die NORMA Group. Dennoch wird die Bonität der Vertragspartner kontinuierlich überwacht und im Zuge von regelmäßigen Senior-Management-Meetings diskutiert.
Relevante Ausfallrisiken können sich hingegen im Hinblick auf die operativen Geschäftsbeziehungen zu Kunden ergeben und betreffen ausstehende Forderungen sowie zugesagte Geschäfte. Zur Minimierung der Ausfallrisiken von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen überprüft die NORMA Group Neukunden auf ihre Bonität. Zudem beliefert sie Kunden, deren Bonität den Konzernanforderungen nicht genügen bzw. die in Zahlungsverzug geraten sind, in der Regel nur gegen Vorkasse. Das diversifizierte Kundenportfolio reduziert die finanziellen Auswirkungen der Ausfallrisiken zusätzlich. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Ausfallrisiken wird trotz der genannten Maßnahmen als “möglich” eingeschätzt, insbesondere da sich weiterhin künftige Auswirkungen der volkswirtschaftlichen und konjunkturellen Entwicklungen auf potenzielle Insolvenzen einzelner Kunden nicht vollumfänglich abschätzen lassen VOLKSWIRTSCHAFTLICHE UND KONJUNKTURELLE RISIKEN. Die potenziellen finanziellen Auswirkungen der Ausfallrisiken werden in Anbetracht der relevanten Faktoren, beispielsweise der tatsächlichen Forderungsausfälle der Vergangenheit, sowie aufgrund der eingeleiteten Gegenmaßnahmen hingegen wie im Vorjahr als “gering” eingestuft.
Liquiditätsrisiken und -chancen
Umsichtiges Liquiditätsrisikomanagement verlangt das Halten von ausreichenden Zahlungsmitteln oder marktgängigen Wertpapieren, die Verfügbarkeit von Finanzierungen über zugesagte Kreditlinien in angemessener Höhe und die Fähigkeit zur Glattstellung von Marktpositionen. Aufgrund der Dynamik des Geschäfts der NORMA Group ist das Group Treasury bestrebt, die Flexibilität bei Finanzierungen durch Aufrechterhaltung der Verfügbarkeit zugesagter Kreditlinien zu gewährleisten. Dabei verfolgt die NORMA Group als oberstes Ziel die Sicherstellung der kontinuierlichen Zahlungsfähigkeit aller Konzernunternehmen. Verantwortlich für das Liquiditätsmanagement und damit für die Minimierung der Liquiditätsrisiken ist das Group Treasury. Zum 31. Dezember 2024 beliefen sich die flüssigen Mittel (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) auf EUR 127,4 Mio. (2023: EUR 165,2 Mio.). Zudem verfügt die NORMA Group durch eine fest zugesagte revolvierende Kreditlinie bei nationalen und internationalen Kreditinstituten in Höhe von insgesamt EUR 100 Mio. über eine hohe finanzielle Flexibilität. Zum 31. Dezember 2024 wurde die zugesagte Kreditlinie nicht gezogen (Vorjahr: EUR 0 Mio.). Darüber hinaus hat die NORMA Group im Jahr 2019 ein Commercial-Paper-Programm mit einem Gesamtvolumen in Höhe von EUR 300 Mio. aufgelegt, das flexibel genutzt werden kann, um kurzfristige Liquiditätsbedarfe zu decken. Diese mit Inhaberschuldverschreibungen gleichzusetzenden Geldmarktpapiere werden revolvierend für einen kurzfristigen Zeitraum von 1 bis 52 Wochen begeben und erlauben somit eine bedarfsgerechte Steuerung der gruppeneigenen Liquidität. Zum 31. Dezember 2024 wurde das Commercial-Paper-Programm in einem Volumen von EUR 0 Mio. (2023: EUR 0 Mio.) als Refinanzierungsquelle genutzt.
Finanzwirtschaftliche Chancen sieht die NORMA Group unter anderem in der guten Bonität sowie der soliden Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die marktkonforme Kapitalkosten ermöglicht. Demnach zeichnet sich die im Jahr 2019 abgeschlossene Finanzierung durch eine Erhöhung der zugesagten Freiheitsgrade und niedrigere Zinskosten aus. Dieser Bankkredit über EUR 250 Mio. beinhaltet zusätzlich eine Nachhaltigkeitskomponente, die an ein externes Rating gekoppelt ist. Im Jahr 2024 erreichte die NORMA Group – wie bereits auch im Vorjahr – ein entsprechendes Nachhaltigkeits-Scoring, womit Einsparungen in der externen Kreditmarge realisiert werden konnten. Die liquiditätsbezogenen Chancen werden trotz der aktuell global unsicheren volkswirtschaftlichen und konjunkturellen Lage (siehe auch VOLKSWIRTSCHAFTLICHE UND KONJUNKTURELLE RISIKEN UND CHANCEN) insbesondere aufgrund der stabilen Geschäftsbeziehung mit Bankenpartnern und der daraus resultierenden Reputation an den Kapitalmärkten als „möglich“ eingeschätzt. Nach einer Phase steigender Zinssätze, die 2023 ihren Höhepunkt erreichte, wurde Mitte des Jahres 2024 mit der Lockerung der Geldpolitik begonnen, was zu Zinssenkungen führte. Die Chancen dieser Zinswende für günstigere Finanzierungsmöglichkeiten wird als “möglich” angesehen, obgleich die finanziellen Auswirkungen als “gering” eingeschätzt werden. FINANZLAGE
Aktuell beinhalten die Finanzierungsverträge des Konzerns keine marktüblichen Kreditrahmenbedingungen (Financial Covenants). Diese sind zwar Teil der Finanzierungsverträge, jedoch nur aufgrund einer Koppelung der Höhe der Finanzierungskosten. Somit hat die Einhaltung von Financial Covenants aufgrund einer möglichen Zinserhöhung nur geringe finanzielle Auswirkungen und das Risiko wird aufgrund der aktuellen Profitabilität und des operativen Cashflows nach wie vor als sehr unwahrscheinlich eingeschätzt. Ungeachtet des Umfangs von Financial Covenants wird deren Einhaltung kontinuierlich überwacht, um bei Bedarf frühzeitig geeignete Maßnahmen ergreifen zu können und Verschlechterungen der Bedingungen zu vermeiden. Zur Sicherung von Bilanzpositionen in Fremdwährung, deren Bewertung zu Schwankungen in der Gewinn- und Verlustrechnung führt, nutzt die NORMA Group bei Bedarf rollierende Sicherungsgeschäfte. Das Group Treasury stellt sicher, dass jederzeit ausreichend Liquidität bzw. zugesagte Kreditlinien zur Verfügung stehen, um etwaige Zahlungsmittelabflüsse in Zusammenhang mit diesen Sicherungsmaßnahmen decken zu können. Dies wird kontinuierlich mittels Risikosimulationen überwacht und in Senior-Management-Meetings diskutiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Liquiditätsrisiken die Aktivitäten der NORMA Group negativ beeinflussen, ist aufgrund der hohen finanziellen Flexibilität durch zugesagte und noch nicht vollständig genutzte Bankkreditlinien als unwahrscheinlich zu beurteilen. Für den Fall eines (kurzfristig) erhöhten Liquiditätsbedarfs, der aktuell ausgehandelte Linien übersteigt, werden die Möglichkeiten der Mittelbeschaffung zu marktgerechten Konditionen unter anderem durch Begebung von neuen Schuldverschreibungen am Commercial-Paper-Markt – wie im Vorjahr – als gut eingeschätzt.
Währungskursentwicklungen
Als international agierendes Unternehmen ist die NORMA Group in mehr als 100 Ländern tätig und demzufolge Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Als wesentliche risikobehaftete Fremdwährungspositionen werden vor allem die Währungen US-Dollar, Britisches Pfund, Schweizer Franken, Chinesischer Renminbi, Polnischer Złoty, Schwedische Krone, Tschechische Krone, Singapur-Dollar, Indische Rupie, Serbischer Dinar und Mexikanischer Peso gesehen.
Fremdwährungsrisiken werden, soweit sie nicht gegeneinander aufgerechnet werden können, nach Bedarf durch Terminkontrakte abgesichert. Die hohe Volatilität vieler Hauptwährungen sowie der besondere Einfluss des US-Dollars auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Konzern stellen ein nicht unbedeutendes Risiko dar, das nur teilweise und nur für eine kurzfristige Periode abgesichert werden kann. Mittelfristig wirkt die NORMA Group dem Währungsrisiko durch eine zunehmend lokale Produktion entgegen. PRODUKTION UND LOGISTIK
Da der Konzern mit seinen Landesgesellschaften operativ in den wichtigsten Fremdwährungsländern vertreten ist, sind ausreichende Cash-in- und Cash-out-Möglichkeiten zum Abfangen kurzfristiger Währungsschwankungen durch gezielte Einnahmen- und Ausgabensteuerung gegeben. Bestehende Finanzierungen sehen ebenfalls eine
Ausnutzung in verschiedenen Währungen vor (beispielsweise US-Dollar- und Euro-Tranchen). Die verbleibenden Fremdwährungsrisiken werden in der Gruppe kontinuierlich überwacht und im Falle von Risikoüberschreitungen mittels derivativer Sicherungsinstrumente zeitlich rollierend in den Euro überführt. Translationsrisiken werden kontinuierlich vom Group Treasury überwacht. Es ergeben sich dennoch Umrechnungseffekte von Positionen aus der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung der Tochtergesellschaften in Fremdwährungsgebieten zu denen in Euro.
Die potenziellen finanziellen Auswirkungen von Chancen und Risiken im Zusammenhang mit Währungskursveränderungen werden auf Basis der durchgeführten Sensitivitätsanalysen wie im Vorjahr als „gering“ bewertet. Die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt dieser Chancen und Risiken wird hinsichtlich der weiteren Entwicklung der relevanten Währungskurse wie im Vorjahr als “wahrscheinlich” eingeschätzt.
Zinsänderungen
Veränderungen der Marktzinsen weltweit wirken sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Verbindlichkeiten aus und können daher zu Beeinträchtigungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen. Das Zinsänderungsrisiko der NORMA Group entsteht vor allem aus langfristigen Fremdkapitalaufnahmen.
Aktuell sind Fremdkapitalaufnahmen zum Teil über feste Kreditzinsen begeben und unterliegen somit keinem Zinsänderungsrisiko. ZIELE UND STRATEGIEN DES FINANZ- UND LIQUIDITÄTSMANAGEMENTS
Ursprünglich variabel verzinste Kredite wurden teilweise mittels derivativer Instrumente synthetisch in Festzinspositionen überführt. Die NORMA Group hat rund 60 % der variabel verzinsten USD-Darlehen im Gegenwert von EUR 67 Mio. zinsgesichert. Die verbleibenden variabel verzinsten USD-Darlehen sind ungesichert und werden kontinuierlich durch das Group Treasury überwacht. Variabel verzinste EUR-Darlehen in Höhe von EUR 169 Mio. sind dagegen ungesichert. Aufgrund der konzerninternen Zinserwartung wird diese Position bewusst nicht zinsgesichert. Für den Fall einer Zinserhöhung würde das Group Treasury mit entsprechenden Sicherungsmaßnahmen das Zinsänderungsrisiko begrenzen.
Im Euroraum wird nach der Zinswende im Sommer 2024 das Risiko von Zinserhöhungen kurzfristig als „sehr unwahrscheinlich“ (Vorjahr: „unwahrscheinlich“) und mittelfristig ebenfalls, wie im Vorjahr, als “sehr unwahrscheinlich” von der NORMA Group eingestuft. In Anbetracht des aktuellen Zinsniveaus im Euroraum werden die Chancen einer Zinssenkung kurzfristig als „möglich“ (Vorjahr: „wahrscheinlich“) und mittelfristig als „unwahrscheinlich“ (Vorjahr: „wahrscheinlich“) eingeschätzt. Im US-Dollar-Raum werden Zinssenkungen als möglich (Vorjahr: „wahrscheinlich“) angesehen, was zu entsprechenden Chancen für die NORMA Group führen könnte. Das Risiko steigender US-Zinsen schätzt die NORMA Group wie im Vorjahr als „unwahrscheinlich“ ein. Vor dem Hintergrund der bereits durchgeführten Maßnahmen zur Optimierung der Finanzierungsstrukturen werden die mit diesen Risiken und Chancen verbundenen finanziellen Auswirkungen als „gering“ bewertet.
Zusammenfassend schätzt die NORMA Group die Chancen aus Zinsänderungen als „möglich“ (Vorjahr: „wahrscheinlich“), Risiken aus Zinsänderungen hingegen als „sehr unwahrscheinlich“ (Vorjahr: „unwahrscheinlich“) ein. Die möglichen Auswirkungen werden in allen Szenarien wie im Vorjahr als „moderat“ eingestuft.
Volkswirtschaftliche und konjunkturelle Risiken und Chancen
Der Erfolg der NORMA Group hängt nicht unwesentlich von den makroökonomischen Entwicklungen ihrer Absatzmärkte und der Absatzmärkte ihrer Kunden ab. Deshalb werden sowohl in der Planung als auch im Risiko- und Chancenmanagement wichtige Indikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung weltweit berücksichtigt. Für die Einschätzung der makroökonomischen Entwicklung nutzt die NORMA Group unter anderem Prognosen allgemein anerkannter Institutionen wie etwa des IWF, der Deutschen Bundesbank und renommierter Wirtschaftsforschungsinstitute.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde die konjunkturelle Entwicklung wesentlich durch den Russland-Ukraine-Krieg, Inflationsentwicklungen und die globalen Tendenzen zur politischen und wirtschaftlichen Fragmentierung beeinflusst. Laut IWF betrug das globale Wachstum im Jahr 2024 3,2 %.
Auch für das aktuelle Geschäftsjahr wird die gesamtwirtschaftliche Entwicklung weiterhin als wesentlicher Risikofaktor für die Geschäftstätigkeit der NORMA Group angesehen, wobei insbesondere die zukünftige Zinsentwicklung und das Inflationsniveau in Verbindung mit der Nachfrageentwicklung als wesentliche Einflussgrößen wirken. Als wesentliche Risikofaktoren wirken bestehende sowie potenziell neue geopolitische Konflikte und Tendenzen zur wirtschaftlichen Fragmentierung und deren mögliche Auswirkungen auf die globalen Wertschöpfungsketten. Insbesondere könnten wirtschaftspolitische Maßnahmen der US-Regierung wie beispielsweise Strafzölle für Warenimporte für einzelne Länder oder selektierte Warengruppen (z.B. Stahl und Aluminium) wesentliche Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung haben. Zwar erwarten renommierte Wirtschaftsforschungsinstitute global betrachtet keine Rezession für das Geschäftsjahr 2025, jedoch aufgrund der angespannten Konjunktur ein weiterhin insgesamt schwaches Wirtschaftswachstum von 3,3 %.
In der Würdigung der möglichen gesamtwirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklungen gelangt die NORMA Group zu der Einschätzung, dass eine gegenüber den Planungsannahmen negative Entwicklung der Weltkonjunktur derzeit unter Berücksichtigung dieser Risiken als „möglich“ (Vorjahr: „unwahrscheinlich“) eingestuft wird. Sollte es durch diese Faktoren zu einer Beeinträchtigung der weltweiten Nachfrage kommen, werden die finanziellen Abweichungen gegenüber der Planung als „moderat“ eingeschätzt. Eine über die Planungsannahmen hinausgehende positive Entwicklung der Weltkonjunktur stellt für die NORMA Group eine Chance dar. Dass sich die weltweite konjunkturelle Lage und somit das Ergebnis der NORMA Group über die Planungsannahmen hinaus verbessern, schätzt die Gesellschaft weiterhin als „unwahrscheinlich“ ein. In der Gesamtbetrachtung des aktuellen makroökonomischen Klimas sowie der darauf basierenden Aussichten werden die möglichen finanziellen Auswirkungen dieser Chancen wie im Vorjahr ebenfalls als „moderat“ bewertet.
Branchenspezifische und technologische Risiken und Chancen
Die branchenspezifischen und technologischen Risiken und Chancen der NORMA Group sind in hohem Maße mit den Verhältnissen und Entwicklungen in den jeweiligen Kundenbranchen verknüpft PRODUKTE UND ENDMÄRKTE. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Kundenbranchen in den für die NORMA Group relevanten Regionen EMEA, Amerika und Asien-Pazifik teils spezifische Charakteristika und Herausforderungen aufweisen.
Die Bereiche Industry Applications und Water Management stellen für die NORMA Group bedeutsame Branchen dar. Hier ergeben sich insbesondere aus den derzeitigen globalen Megatrends in vielen Anwendungsfeldern und -gebieten und der hiermit möglichen Erschließung weiterer Absatzmärkte unternehmerische Chancen. Im Bereich Industry Applications sieht die NORMA Group dabei im Wesentlichen bedeutende Möglichkeiten durch die Erschließung weiterer Märkte und Industrien, die Etablierung zusätzlicher, kundenspezifischer Produktlösungen und die Nutzung neuer Absatzwege. In Bezug auf neue Absatzwege sieht die NORMA Group im Besonderen Chancen beim Ausbau des Projektgeschäfts mit Erstausrüstern (Direktgeschäft). Weiterhin bieten sich durch neue Ansätze, wie beispielsweise die angestrebte Etablierung eines umfassenden Servicegeschäfts, aus Sicht des Konzerns sehr gute Wachstumsmöglichkeiten. Auch im Bereich Water Management sieht die NORMA Group unverändert weitere Chancen durch einerseits den gebotenen verantwortungsbewussten Umgang mit der wichtigen Ressource Wasser sowie andererseits die zunehmenden Starkregenereignisse in den unterschiedlichen Regionen der Welt und die damit verbundene steigende Nachfrage nach entsprechenden Produktlösungen. Wachstumschancen bieten sich hier aus Sicht der NORMA Group vor allem in den Regionen APAC und EMEA, nicht zuletzt unterstützt durch strengere Regulierung aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels.
Die Geschäftsaktivitäten mit Erstausrüstern für Personenkraftwagen und Nutzfahrzeuge sowie Kunden im Bereich Aftermarket repräsentieren für die NORMA Group nach wie vor die nach Umsatz betrachtet wesentlichsten Endmärkte. In diesem Bereich stellen insbesondere die weltweit immer strenger werdenden Emissionsvorgaben sowie der zunehmende Einsatz umweltfreundlicherer Antriebstechnologien eine Entwicklung dar, die für die NORMA Group mit unterschiedlichen Chancen und Risiken verbunden ist. So umfasst das aktuelle Produktportfolio der NORMA Group eine Vielzahl von Produktlösungen, die bei Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen mit Verbrennungsmotor, inklusive Hybridfahrzeugen, zur Reduktion von Emissionen beitragen und die Kunden somit bei der Erfüllung der immer strenger werdenden Emissionsvorgaben unterstützen.
Auch für den Wachstumsmarkt der Elektromobilität ist die NORMA Group durch ihr zukunftsfähiges Produktportfolio gut aufgestellt. Demnach stellen die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Bezug auf rein batteriebetriebene Elektrofahrzeuge sowie Hybridfahrzeuge einen strategischen Schwerpunkt dar, im Rahmen dessen neue Produktlösungen erarbeitet und bestehende Produkte kontinuierlich weiterentwickelt werden. Regulatorische Maßnahmen wie verschärfte Abgasnormen und die damit verbundene verstärkte Nachfrage nach umweltfreundlichen Technologien und Produkten eröffnen der NORMA Group somit im Bereich Mobility & New Energy vielfältige Chancen. Die NORMA Group analysiert weiterhin systematisch die Marktentwicklungen im Bereich von Zukunftstechnologien und bringt daran angelehnt konsequent neue Produkte hervor. Insbesondere im Bereich brennstoffzellenbetriebener Fahrzeuge konnten bereits seit 2018 erfolgreich Produkte am Markt platziert werden. Auch zukünftig fokussiert die NORMA Group einen Teil Ihrer Entwicklungskapazitäten auf den Bereich der brennstoffzellenbetriebenen Nutzfahrzeuge, da hier eine hohe Nachfrage in allen Regionen erwartet wird. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Demgegenüber ergeben sich aus der anhaltenden Diskussion um die Einhaltung von Emissionsstandards bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor für die NORMA Group Risiken im Bereich Mobility & New Energy. Insbesondere ist im Markt aufgrund der Unsicherheiten zu neuen Regularien und Technologien weiterhin eine hohe Volatilität in der Nachfrage zu beobachten. Weiterhin könnten marktumfeldbedingte Rückgänge in der Fahrzeugproduktion zu Umsatzrückgängen für die NORMA Group führen. Nicht zuletzt ist im Bereich Mobility & New Energy ein erhöhter Wettbewerb unter den Herstellern zu beobachten, besondere in der Region APAC, der insgesamt zu einer Produktions- beziehungsweise Umsatzreduktion bei etablierten Automobilherstellern - und damit verbundenen Umsatzreduzierungen bei Kunden der NORMA Group - führen könnte.
Wesentlich risiko-reduzierend im Hinblick auf die bestehenden Risiken ist hierbei die starke Kundendiversifikation der NORMA Group in unterschiedlichen Abnehmerbranchen. Langfristigen branchenspezifischen Chancen und Risiken begegnet die NORMA Group mit einer konsequenten Innovationspolitik und regelmäßigen Marktanalysen, wodurch die zielgerichtete Identifikation und Fokussierung von wachstumsstarken Zukunftsmärkten bestmöglich unterstützt wird.
Zusammenfassend werden die branchenspezifischen und technologischen Chancen und Risiken als „möglich“ (im Vorjahr: „unwahrscheinlich“) mit einer “moderaten” finanziellen Auswirkung bewertet.11
11 Hierbei werden unternehmensstrategische Risiken und Chancen des laufenden Geschäftsbetriebs basierend auf der zum 31. Dezember 2024 gültigen Konzernstruktur berücksichtigt. Auswirkungen aus potenziellen Unternehmenszu- oder -verkäufen – als Einmaleffekte – werden sukzessive im Laufe des geplanten Verkaufs des Wassergeschäfts geschärft.
Unternehmensstrategische Risiken und Chancen
Das strategische Ziel der NORMA Group ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Im Hinblick auf dieses Ziel verfolgt die NORMA Group die Strategie, die Geschäftsaktivitäten durch organisches Wachstum sowie selektive wertsteigernde Akquisitionen profitabel auszuweiten und eine breite Diversifikation hinsichtlich der Produkte sowie der Regionen und Endmärkte zu erreichen, um damit weniger abhängig von einzelnen Produkten, Regionen und Endmärkten zu werden. Damit einher geht der Anspruch der NORMA Group, mit Innovationen, einer überlegenen Produktqualität und starken Marken in bestehenden Endmärkten zu wachsen bzw. neue Endmärkte zu erschließen sowie die Effizienz der Unternehmensprozesse in allen Funktionsbereichen und Regionen kontinuierlich zu verbessern STRATEGIE UND ZIELE. Weiterhin adressiert die NORMA Group mit ihrer strategischen Ausrichtung Nachhaltigkeitsthemen, wie zum Beispiel den Klimawandel sowie Wasser- und Ressourcenknappheit, und verfolgt entsprechende Aktivitäten im Rahmen des unternehmensweiten CSR-Programms. Die sich ergebenden Chancen und Risiken werden dabei regelmäßig evaluiert. KLIMASCHUTZ
Neben den strategischen Aktivitäten zur organischen Weiterentwicklung des Geschäfts sieht die NORMA Group insbesondere in der Strategie, die Geschäftsaktivitäten durch selektive wertsteigernde Akquisitionen profitabel auszuweiten, erhebliche Chancen, das finanzielle Ergebnis des Konzerns nachhaltig zu steigern. Basierend auf dieser Strategie hat die NORMA Group in der Vergangenheit wiederholt Akquisitionen getätigt. Sollte die Entwicklung der akquirierten Unternehmen jedoch im Einzelfall hinter den Erwartungen zum Akquisitionszeitpunkt zurückbleiben oder die Integration schwieriger als angenommen voranschreiten, könnten sich aus Akquisitionen jedoch auch Risiken für die NORMA Group ergeben. Mit den von der NORMA Group formulierten Ansprüchen an die Profitabilität potenzieller Akquisitionsobjekte, sorgfältigen Due-Diligence-Maßnahmen im Vorfeld der Akquisition sowie abgestimmten Integrationsplänen ist die NORMA Group gleichwohl der Auffassung, diese Risiken angemessen begrenzen zu können. Zugleich prüft das Management kontinuierlich und ergebnisoffen sämtliche strategische Optionen, um den Unternehmenswert zu steigern. Dazu gehören neben Zukäufen auch die Möglichkeiten von (Teil-)Verkäufen von aktiven Geschäftseinheiten. Auch die strukturelle Anpassung des globalen Produktions- und Distributionsnetzwerkes wird fortlaufend als eine der optionalen Maßnahmen geprüft. Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand am 28. November 2024 beschlossen und bekannt gegeben, einen Prozess zum Verkauf der globalen Geschäftsaktivitäten der strategischen Geschäftseinheit Water Management einzuleiten. Durch die mit der Abspaltung des internationalen Wassergeschäfts verbundene Konzentration der Geschäftstätigkeit auf das Kernindustriegeschäft der NORMA Group sollen sowohl erhebliche finanzielle als auch personelle Ressourcen und Kapazitäten verfügbar gemacht werden, um die Marktposition in der strategischen Geschäftseinheit Industry Applications auszubauen sowie in der Geschäftseinheit Mobility & New Energy zu stärken. Insgesamt erwartet die NORMA Group daher mittelfristig signifikante Chancen für den profitablen Ausbau ihres Kerngeschäfts. Zugleich gehen mit dem Prozess Risiken einher, zu denen zum Beispiel Transaktions-, Integrations- und mögliche Restrukturierungskosten gehören könnten.
Des Weiteren ergeben sich für die NORMA Group aus der breiten Diversifikation hinsichtlich der Produkte sowie der Regionen und Endmärkte Chancen im Hinblick auf die Erreichung der finanziellen Ziele. Sollte die Nachfrage in einzelnen Regionen und Endmärkten oder die Nachfrage nach einzelnen Produkten temporär hinter den Planungen zurückbleiben, besteht für die NORMA Group die Möglichkeit, dies über andere Regionen, Endmärkte oder Produkte zu kompensieren. Die breite Diversifikation hinsichtlich der Produkte sowie der Regionen und Endmärkte impliziert jedoch eine gewisse Komplexität, deren Beherrschung für die NORMA Group auch mit Risiken verbunden sein kann. Da die Diversifikationsbestrebungen der NORMA Group sowohl in Bezug auf die Regionen und Endmärkte als auch in Bezug auf die Produkte Schritt für Schritt vollzogen werden, können diese Risiken über eine entsprechende Anpassung der Organisation an veränderte Gegebenheiten sachgerecht begrenzt werden.
Entsprechend adressiert die NORMA Group kontinuierlich die Komplexitätsreduzierung und Straffung des bestehenden Produktportfolios.
Im Hinblick auf die Effizienz der Unternehmensprozesse kann die NORMA Group durch die globale Ausrichtung Produktionsprozesse, die einen höheren manuellen Montageaufwand erfordern, in Ländern mit geringeren Lohnkosten ansiedeln und somit die Profitabilität absichern bzw. weiter steigern. Mit den entsprechenden Standortentscheidungen und den damit verbundenen Investitionen sind jedoch unweigerlich Risiken verbunden, sofern sich wesentliche bei der Investitionsentscheidung getroffene Annahmen nicht bewahrheiten. Dies betrifft beispielsweise Zusatzkosten aufgrund operativer Verzögerungen bei der Umsetzung von Standortverlagerungen oder nicht vollumfänglich realisierte Effizienzsteigerungen bzw. Kostenreduktionen. Die entsprechenden Risiken adressiert die NORMA Group mit sorgfältigen Analysen im Vorfeld von Investitionsentscheidungen sowie abgestuften Genehmigungsverfahren. Risiken aus bereits getroffenen Standortentscheidungen werden über alle Regionen hinweg evaluiert und in Entscheidungen zur Optimierung von Standortkapazitäten einbezogen.
Aufgrund der operativen Probleme der Vergangenheit hat die NORMA Group auch im abgelaufenen Geschäftsjahr zur weiteren Stabilisierung und Steigerung der Effizienz umfangreiche Maßnahmen eingeleitet und umgesetzt. Diese zielen sowohl auf die Minimierung vermeidbarer Zusatzkosten als auch die weitere Optimierung der Produktivität ab. Trotz der etablierten Aktivitäten verbleibt ein Restrisiko, das aber kontinuierlich durch etablierte Maßnahmen adressiert wird – beispielsweise im Rahmen des im Frühjahr 2023 initiierten „Step Up“-Programms. WACHSTUMS- UND EFFIZIENZPROGRAMM „STEP UP“
In der Zusammenschau der unternehmensstrategischen Initiativen der NORMA Group – und insbesondere unter Berücksichtigung der Schärfung der strategischen Ausrichtung mit dem initiierten Verkauf des Wassergeschäfts und Fokussierung auf den Ausbau der Marktposition im Bereich Industry Applications bei gleichzeitiger Stärkung des Bereichs Mobility & New Energy – werden die finanziellen Auswirkungen der mit der Unternehmensstrategie der NORMA Group verbundenen Chancen als „hoch“ (Im Vorjahr: „moderat“) und eine positive Abweichung von der Planung als „wahrscheinlich“ (im Vorjahr: „unwahrscheinlich“) bewertet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit strategischer Risiken wird als „möglich“ (im Vorjahr: „sehr unwahrscheinlich“) eingeschätzt, während die potenziellen finanziellen Auswirkungen unternehmensstrategischer Risiken als „hoch“ (im Vorjahr: „moderat“) eingestuft werden.12
12 Hierbei werden unternehmensstrategische Risiken und Chancen des laufenden Geschäftsbetriebs basierend auf der zum 31. Dezember 2024 gültigen Konzernstruktur berücksichtigt. Auswirkungen aus potenziellen Unternehmenszu- oder -verkäufen – als Einmaleffekte – werden sukzessive im Laufe des geplanten Verkaufs des Wassergeschäfts geschärft. Mit Blick auf den geplanten Verkauf des globalen Water-Management-Geschäfts werden erhebliche Mittelzuflüsse erwartet, die EUR 30 Mio. deutlich übersteigen. Zugleich gehen mit dem Prozess als „hoch“ einzustufende Risiken einher, zu denen zum Beispiel Transaktions-, Integrations- und mögliche Restrukturierungskosten gehören könnten.
Leistungswirtschaftliche Risiken und Chancen
Rohstoffpreise
Die von der NORMA Group eingesetzten Materialien, insbesondere die Grundmaterialien Stahl und Kunststoff, unterliegen dem Risiko von Preisschwankungen. Die Preisentwicklung wird zudem indirekt durch die weltwirtschaftliche Konjunktur sowie durch institutionelle Kapitalanleger beeinflusst. Die NORMA Group begrenzt das Risiko steigender Einkaufspreise durch ein systematisches Material- und Lieferantenrisikomanagement. Mit einer leistungsfähigen Gruppeneinkaufsstruktur werden Skaleneffekte bei der Beschaffung der wichtigsten Warengruppen genutzt und diese möglichst wettbewerbsfähig beschafft. Diese Gruppeneinkaufsstruktur ermöglicht es auch, die Risiken der einzelnen Segmente untereinander auszugleichen. Zudem ist die NORMA Group stets bestrebt, durch die kontinuierliche Optimierung der Lieferantenauswahl sowie den Einsatz des Best-Landed-Cost-Ansatzes dauerhaft wettbewerbsfähige Beschaffungspreise sicherzustellen. Durch den stetigen technologischen Fortschritt und die Erprobung alternativer Materialien wird zudem versucht, die Abhängigkeit von einzelnen Materialien zu reduzieren. Gegen die Volatilität bei Rohstoffpreisen sichert sich die NORMA Group durch den Abschluss von Verträgen mit einer Laufzeit von bis zu 24 Monaten je nach Marktlage ab, wodurch Risiken für die Materialversorgung minimiert und Preisschwankungen besser kalkulierbar werden.
Die NORMA Group konnte im Geschäftsjahr 2024 Preisreduzierungen in vielen Bereichen erzielen. Die Details zu den einzelnen Bereichen werden im Abschnitt EINKAUF UND LIEFERANTENMANAGEMENT beschrieben.
Unter Berücksichtigung des Beschaffungsportfolios der NORMA Group und der aktuellen globalen Marktlage werden Preissteigerungen bzw. Materialpreisschwankungen bei den Rohstoffen insgesamt als „wahrscheinlich“ (im Vorjahr: „möglich“) angesehen. Durch implementierte Maßnahmen, wie unter anderem mittelfristige Rahmenverträge und eine regelmäßige Preisüberwachung (Price Monitoring) werden die damit einhergehenden finanziellen Auswirkungen über die Planungsannahmen der NORMA Group hinaus als „moderat“ (im Vorjahr: “gering”) eingeschätzt. Die Chancen, die sich aus möglicherweise sinkenden Rohstoffpreisen ergeben, werden im Hinblick auf deren finanzielle Auswirkung über die Planungsannahmen hinaus als „moderat“ eingestuft. Vor dem Hintergrund des kompletten Beschaffungsspektrums und unter Berücksichtigung der vorherrschenden Volatilität auf den Rohstoffmärkten werden Preisreduzierungen insgesamt als „unwahrscheinlich“ erachtet.
Lieferanten und Abhängigkeiten von wichtigen Zulieferern
Ausfälle von Lieferanten und Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten können zu Materialengpässen und damit zu negativen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns führen. Um dieses Risiko zu minimieren, arbeitet die NORMA Group ausschließlich mit zuverlässigen, fortschrittlichen und den hohen Qualitäts-anforderungen der NORMA Group genügenden Lieferanten zusammen. Alle zentralen und strategisch wichtigen Lieferanten werden im Rahmen des Qualitätsmanagements regelmäßig besucht und beurteilt. Sofern Anhaltspunkte für Lieferantenausfälle bestehen, werden unverzüglich Ausweichmöglichkeiten evaluiert. Weiterhin werden Risiken durch Insolvenzen von Schlüssellieferanten, fehlende Liefertreue und Qualitätsprobleme durch das etablierte Supplier Monitoring adressiert. Zudem wirken die vorhandenen Sourcing-Strategien und regelmäßige Materialrisikoanalysen risikoreduzierend. Darüber hinaus ergeben sich für die NORMA Group Chancen zur Reduzierung von Risiken durch die Nutzung des operativen Risikomanagement-Tools. Dieses basiert auf künstlicher Intelligenz, die kontinuierlich über externe Ereignisse und Risiken in Bezug auf Lieferanten, NORMA-Group-Standorte sowie die damit verbundenen Lieferketten informiert und eine unmittelbare Einleitung von Maßnahmen ermöglicht. Insbesondere infolge der weiterhin globalen Zunahme bzw. Relevanz unvorhersehbarer externer Ereignisse (zum Beispiel geopolitische Konflikte) werden Risiken aus Lieferantenabhängigkeiten als „möglich“ (im Vorjahr: „unwahrscheinlich“) angesehen. Unter Berücksichtigung der getroffenen Maßnahmen wird das potenzielle finanzielle Ausmaß als „moderat“ (im Vorjahr: „gering“) eingeschätzt.
Durch den proaktiven Ansatz sowohl in den bestehenden Lieferantenbeziehungen als auch bei der Identifikation neuer Lieferanten und Rohstoffe werden jedoch auch Chancen gesehen. Daraus resultierende positive Effekte im Vergleich zur Planung werden wie im Vorjahr als „unwahrscheinlich“ eingeschätzt mit geringen finanziellen Auswirkungen.
Qualität und Prozesse
Die Produkte der NORMA Group sind häufig funktionskritisch bezüglich Qualität, Leistungsfähigkeit und Betriebszuverlässigkeit des Endprodukts. Qualitätsmängel könnten zu Rechtsstreitigkeiten, Schadensersatzpflichten oder dem Verlust von Kunden führen. Ein wesentlicher Faktor zur Sicherung des nachhaltigen Unternehmenserfolgs ist daher die zuverlässige Gewährleistung der Produktqualität, sodass die Produkte der NORMA Group einen entscheidenden Mehrwert für die Kunden liefern. Das Spannungsverhältnis zwischen Kostenführerschaft und Qualitätssicherung stellt dabei eine dauerhafte Herausforderung dar. Das daraus resultierende Risiko wird durch weitreichende Qualitätssicherungsmaßnahmen und konzerneinheitliche Qualitätsstandards sowie durch die Fokussierung auf innovative und wertschöpfende Verbindungslösungen, die entsprechend vorherrschenden Kundenanforderungen ausgestaltet werden, reduziert. Daher wird die Eintrittswahrscheinlichkeit von wesentlichen Qualitätsrisiken als „unwahrscheinlich“ eingeschätzt, während die potenziellen finanziellen Auswirkungen aufgrund bestehender Versicherungen gegen Schadensfälle als „gering“ eingestuft werden.
Die NORMA Group ist stets bestrebt, Kostenvorteile zu realisieren und dadurch die Wettbewerbsposition zu stärken, und erwartet grundsätzlich positive Impulse aus den relevanten Aktivitäten. Hierzu zählen besonders die kontinuierliche Entwicklung und Implementierung von Initiativen hinsichtlich Kostendisziplin, der Verbesserung von Prozessen in allen Funktionen und Regionen sowie insbesondere die Optimierung des Supply-Chain-Managements sowie der Fertigungsprozesse PRODUKTION UND LOGISTIK. Da die NORMA Group einen fortlaufenden Verbesserungsprozess verfolgt, entstehen damit über die Planung hinaus Chancen für positive Abweichungen. Die Wahrscheinlichkeit für Kostensenkungen bzw. Effizienzverbesserungen wird insgesamt als „möglich“ (Vorjahr: „unwahrscheinlich“) eingeschätzt. Da eine kontinuierliche Optimierung der Produktionsprozesse jedoch bereits im Rahmen der Planung berücksichtigt ist und die Prozesse bereits sehr effizient gestaltet sind, ist die kurzfristige finanzielle Auswirkung einer Planabweichung durch verbesserte Prozesse „gering“. Aufgrund umfangreicher, gruppenweiter Aktivitäten zur Nachverfolgung von geplanten Kosteneinsparungen und Prozessverbesserungen wird die Wahrscheinlichkeit, dass diese nicht erreicht werden, als „möglich” (im Vorjahr: „unwahrscheinlich“) eingeschätzt und mit geringen finanziellen Auswirkungen.
Kunden
Kundenrisiken resultieren aus der Abhängigkeit von wichtigen Abnehmern, durch die der Konzern einen nicht unwesentlichen Anteil des Umsatzes generiert. Diese könnten ihre Verhandlungsmacht ausnutzen und damit einhergehend den Druck auf die Margen erhöhen. Auch Nachfragerückgänge oder der Verlust dieser Kunden könnten nachteilige Auswirkungen auf das Ergebnis der NORMA Group haben, wobei hier insbesondere wesentliche Risiken aus Auftragsfluktuation bzw. -reduzierungen bei Kunden im Bereich Automotive bestehen. Daher werden sowohl die Auftragseingänge als auch das Kundenverhalten im Rahmen eines kontinuierlichen Prozesses überwacht, um Kundenrisiken frühzeitig zu erkennen. Zudem verfügt die NORMA Group über ein diversifiziertes Kundenportfolio, das die finanziellen Auswirkungen der Kundenrisiken reduziert. Dementsprechend wurden im Geschäftsjahr 2024 mit keinem Kunden mehr als 4 % der Umsätze direkt generiert. Insgesamt wird das Risiko, dass sich Kundenrisiken nachteilig auf die Geschäftstätigkeit auswirken, als „möglich“ (Vorjahr: „unwahrscheinlich“) eingeschätzt. Die möglichen finanziellen Auswirkungen werden – insbesondere vor dem Hintergrund einer volatilen Nachfrage in den Bereichen Industry Applications und Mobility & New Energy – weiterhin als „moderat“ eingeschätzt.
Basierend auf der Strategie und dem Ziel, die relevanten Märkte weiter auszubauen, sowie durch ein attraktives Produktangebot und innovative Lösungen konnte Neugeschäft in allen Regionen für NORMA-Group-Produkte gewonnen werden. Daher werden die Chancen für positive Planabweichungen, die sich aus diesem Neugeschäft ergeben, insgesamt als „möglich“ (Vorjahr: „unwahrscheinlich“) eingeschätzt, jedoch mit einem “geringen” Effekt auf das Ergebnis.
Risiken und Chancen des Personalmanagements
Der Erfolg der NORMA Group hängt wesentlich von der Einsatzbereitschaft, der Innovationsfähigkeit, dem Know-how und der Integrität der Belegschaft ab. Die Personalarbeit im Konzern zielt daher unter anderem auf den Auf- und Ausbau dieser Kernkompetenzen ab. Der Austritt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Schlüsselkompetenzen sowie ein Engpass geeigneter Arbeitskräfte könnten sich nachteilig auf die Geschäftstätigkeit der NORMA Group auswirken. Zudem wird der Wettbewerb um die talentiertesten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bedingt durch die demografische Entwicklung und den Fachkräftemangel in den westlichen Industriestaaten sowie zunehmend auch in den für die NORMA Group relevanten Schwellenländern, immer intensiver.
Diesen Risiken tritt die NORMA Group mit weitreichenden Maßnahmenprogrammen entgegen, die auf die Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber ausgerichtet sind. Neben dem Auf- und Ausbau von Weiterbildungs-, Schulungs- und Förderprogrammen sowie wettbewerbsfähigen Entlohnungssystemen zielen insbesondere variable Entgeltsysteme darauf ab, die Ausrichtung der Belegschaft auf den Unternehmenserfolg zu fördern. Im Gegenzug wirken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NORMA Group im Rahmen von Befragungen der Beschäftigten und Verbesserungsinitiativen an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der NORMA Group mit. Umfangreiche Personalplanungsmaßnahmen sowie eine Aufgabenverteilung, die auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ausgerichtet ist, sichern die NORMA Group gegenüber Risiken ab, die durch den Austritt eines Beschäftigten bei einer effizienten Aufbauorganisation eintreten können. Bei der Identifizierung von potenziellen neuen Fachkräften, die entscheidend zum Unternehmenserfolg beitragen können, lässt sich die NORMA Group auch von Personalberatungen unterstützen.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Personalrisiken wird für die NORMA Group insgesamt als „möglich“ (im Vorjahr: „unwahrscheinlich“) eingeschätzt, während die potenziellen finanziellen Auswirkungen aufgrund einer nachhaltigen Personalpolitik als „gering“ angesehen werden.
Darüber hinaus ergeben sich Chancen aus der konsequenten Weiterentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Durch Bildungs- und Schulungsangebote sowie die gezielte Talentsuche innerhalb des Konzerns fördert die NORMA Group ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und schafft dadurch Anreize, die persönlichen Kompetenzen aktiv weiterzuentwickeln. Zudem bietet die NORMA Group ihrer Belegschaft flexible und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle. Durch die genannten Maßnahmen fördert die NORMA Group aktiv den Wissenserhalt und sichert auf diesem Weg auch den Wissensaufbau im Unternehmen, worin Chancen für die künftige Entwicklung der NORMA Group gesehen werden. Der Eintritt dieser Chancen wird als möglich eingeschätzt, wohingegen der damit verbundene finanzielle Erfolg als gering eingeschätzt wird.
IT-bezogene Risiken und Chancen
Der Einsatz funktions- und leistungsfähiger IT-Systeme ist für ein innovatives und globales Unternehmen wie die NORMA Group im Hinblick auf die Effektivität und Effizienz der Geschäftsprozesse von zentraler Bedeutung. In diesem Zusammenhang ist es kritisch für den Erfolg des Unternehmens, die teils über Gesellschafts- und Ländergrenzen hinweg organisierten Geschäftsprozesse der NORMA Group entlang der Wertschöpfungskette mit stabilen und leistungsfähigen IT-Systemen zu unterstützen, die dem Management auf allen Ebenen des Unternehmens zeitnah erforderliche Informationen bereitstellen und eine effiziente Gestaltung der Arbeitsabläufe erlauben. Auch für den Austausch von Informationen mit den Kunden und Lieferanten der NORMA Group sind passgenaue und an die jeweiligen ERP-Systeme angebundene IT-Lösungen von fundamentaler Bedeutung. Im Hinblick auf diese geschäftskritische IT-Infrastruktur besteht das Risiko, dass ein weitreichender Ausfall dieser Systeme, zum Beispiel durch technisch bedingte Fehlfunktionen der Systeme oder Cyberattacken, zu schwerwiegenden Störungen des Geschäftsbetriebs führt. Insbesondere ist weiterhin eine allgemein erhöhte Bedrohungslage durch potenzielle Cyberattacken zu beobachten.
Darüber hinaus sieht die NORMA Group das Risiko, dass Externe unbefugten Zugriff auf sensible Unternehmensinformationen erlangen und diese missbräuchlich verwenden könnten. In diesem Zusammenhang könnte insbesondere der unbefugte Zugriff auf Informationen über Produktionsprozesse, Finanz-, Kunden- und Personaldaten negative Folgen für das Unternehmen haben.
Im Hinblick auf diese Risiken hat die NORMA Group eine Reihe von Maßnahmen implementiert, die in den IT-Risikomanagementprozess eingebettet sind und fortlaufend an sich ändernde Gegebenheiten angepasst werden. So begegnet die NORMA Group den identifizierten IT-Risiken beispielsweise durch eine redundante Bereitstellung der geschäftskritischen Anwendungen und Datenbestände über physisch separierte Rechenzentrumsbereiche, eine dezentrale Datenhaltung und ausgelagerte Datenarchivierung bei einem zertifizierten externen Provider sowie den Einsatz zeitgemäßer Firewalls und E-Mail-Filter sowie eines Security Monitorings durch das dedizierte Security Operations Center (SOC). Der Zugriff von Angestellten auf sensible Informationen wird mithilfe von auf die jeweiligen Stellen zugeschnittenen Berechtigungssystemen, unter Beachtung des Prinzips der Funktionstrennung, gesteuert. Schließlich finden regelmäßig Schulungen der Belegschaft sowie Awareness-Kampagnen zu Aspekten der Informationssicherheit statt. Des Weiteren werden strategische Cybersicherheitsmodelle zum Schutz der digitalen Unternehmensinfrastruktur und digitaler Services (zum Beispiel Private und Public Clouds, SaaS-Anwendungen) sukzessive implementiert. Risiken birgt auch die im Jahr 2024 weiter vorangetriebene, schrittweise Überführung alter ERP-Systeme in neue gruppeneinheitliche Systeme. Während der notwendigen Prozessumstellungen in den betroffenen Werken und Distributionszentren kann es zu Anpassungsproblemen auf Prozessebene kommen, die zum Beispiel in Zusatzschichten oder Sonderfrachten münden können. Hier werden erforderlichenfalls redundante interne und externe Ressourcen vorgehalten, um diese Risiken zu mitigieren. Weiterhin können Verzögerungen bei den einzelnen Implementierungsprojekten grundsätzlich zu erhöhten Implementierungskosten führen.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit von IT-bezogenen Risiken wird trotz der bestehenden Gegenmaßnahmen, sowie insbesondere vor dem Hintergrund eine allgemein hohen Bedrohungslage bei Cyberrisiken, in allen Regionen weiterhin als „möglich“ und die potenziellen finanziellen Auswirkungen werden weiterhin als „moderat“ eingeschätzt.
Den Risiken aus der Überführung alter ERP-Systeme in neue gruppeneinheitliche Systeme stehen mittelfristig auch Chancen gegenüber, die sich vor allem aus den Potenzialen der Prozessvereinheitlichung und Optimierung über alle Gesellschaften der NORMA Group hinweg ergeben. Die Chancen, die aus dieser Vereinheitlichung resultieren können, werden als „möglich“ angesehen. Die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen werden auf einem “geringen” Niveau erwartet.
Rechtliche Risiken und Chancen
Risiken in Zusammenhang mit Normen und Verträgen
Zukünftige Gesetzes- und Vorschriftsänderungen, insbesondere im Haftungsrecht, Umweltrecht, Steuerrecht und Arbeitsrecht, aber auch steigende Anforderungen im Bereich ESG sowie sämtliche damit verbundenen Normenänderungen können sich negativ auf die Entwicklung der NORMA Group auswirken. Verstöße gegen Gesetze und Vorschriften, aber auch gegen vertragliche Vereinbarungen, können zu Strafen, behördlichen Auflagen oder Forderungen seitens Geschädigter führen. Umgekehrt kann die NORMA Group durch Gesetzes- oder Vertragsbrüche Dritter geschädigt werden. Zudem können sich aus fehlerhaften Produkten Rechtsstreitigkeiten und Schadensersatzverpflichtungen ergeben. Des Weiteren können Feststellungen steuerlicher Betriebsprüfungen in Steuernachzahlungen einschließlich Strafen und Zinsen münden.
Wie im Vorjahr betrafen die meisten Rechtsstreitigkeiten arbeitsrechtliche Sachverhalte. Weitere Schwerpunkte waren Auseinandersetzungen mit Kunden bezüglich Kaufpreisforderungen oder behaupteter Produktmängel sowie mit Lieferanten. Darüber hinaus führte die NORMA Group unter anderem Prozesse wegen der Verletzung eigener oder fremder IP-Rechte sowie verwaltungsrechtliche Verfahren.
Mit den vorhandenen Compliance- und Risikomanagementsystemen wird die Einhaltung der sich fortlaufend ändernden Gesetze und Vorschriften überwacht. Zudem wird sichergestellt, dass vertragliche Pflichten eingehalten werden. Insbesondere wird die Einhaltung von Sanktionen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine durch kontinuierliche Schulungs- und Informationsmaßnahmen sowie laufende Überwachungen sichergestellt. Dem Risiko von Produktfehlern begegnet die NORMA Group mit ihrem konzernweiten Qualitätssicherungsprogramm. Darüber hinaus ist die NORMA Group gegen Ansprüche aufgrund etwaiger mangelhafter Produkte versichert.
Insgesamt wird die Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken in Zusammenhang mit Normen und Verträgen weiterhin als „unwahrscheinlich“ bewertet. Das Ausmaß der potenziellen finanziellen Auswirkungen dieser Risiken wird aufgrund der vorhandenen Risikomanagementmaßnahmen jedoch als „moderat“ eingeschätzt.
Bekannten rechtlichen Risiken, denen die NORMA Group ausgesetzt ist und deren Eintritt hinreichend konkretisiert ist, wird durch Rückstellungen im Konzernabschluss ausreichend Rechnung getragen.
Sozial- und Umweltstandards
Durch Verletzungen von Sozial- und Umweltstandards könnte die Reputation der NORMA Group beschädigt und dadurch Auflagen, Schadensersatz- oder Beseitigungspflichten ausgelöst werden. Daher hat die NORMA Group Corporate Responsibility als integralen Bestandteil der Konzernstrategie implementiert. In diesem Zusammenhang wurde in der NORMA Group ein systematisches, gruppenweit einheitliches Umweltmanagementsystem eingeführt, um Unternehmensentscheidungen stets auch vor dem Hintergrund der Vermeidung von Emissionen und des schonenden Umgangs mit Ressourcen zu evaluieren. Zudem investiert die NORMA Group in die Bereiche Arbeits- und Gesundheitsschutz, um die Arbeitssicherheit kontinuierlich zu verbessern. BELEGSCHAFT
Die Eintrittswahrscheinlichkeit negativer Entwicklungen aufgrund von Sozial- und Umweltrisiken wird weiterhin als „unwahrscheinlich“ und ihre potenziellen finanziellen Auswirkungen als „gering“ eingeschätzt.
Die Investitionen im Bereich Corporate Responsibility dienen jedoch nicht ausschließlich der Abwehr von Risiken. Die getroffenen Maßnahmen und Initiativen werden auch als Potenziale gesehen, um sowohl das Unternehmensumfeld als auch die NORMA Group und ihre Stakeholder positiv zu beeinflussen. Dennoch werden die Chancen in diesem Bereich weiterhin als „unwahrscheinlich“ klassifiziert. Insgesamt wird von einem geringen Einfluss der Maßnahmen und Initiativen auf die Planung ausgegangen.
Geistiges Eigentum
Verletzungen des geistigen Eigentums können zu Umsatzeinbußen und Reputationsverlust führen. Daher sichert die NORMA Group ihre eigenen Technologien und Innovationen rechtlich ab. Die potenziellen Auswirkungen werden zusätzlich durch die hohe Innovationsgeschwindigkeit sowie die Entwicklung kundenspezifischer Lösungen minimiert. Gleichzeitig kann es auch durch die NORMA Group zu einer Verletzung des geistigen Eigentums Dritter kommen. Deshalb werden Entwicklungen frühzeitig auf potenzielle Patentrechtsverletzungen geprüft. Trotz dieser Maßnahmen verbleibt ein Risiko der Benutzung fremden geistigen Eigentums. Die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen geistigen Eigentums wird daher als „möglich“ eingeschätzt. Die mit IP-rechtlichen Auseinandersetzungen einhergehenden potenziellen Auswirkungen ebenso wie die möglichen anderen Rechtsverstöße werden jedoch wie im Vorjahr als „gering“ beurteilt. Darüber hinaus werden durch die konsequente Absicherung des geistigen Eigentums und den Aufbau rechtlicher Alleinstellungsmerkmale auch unwahrscheinliche Chancen, die zu einer geringen Abweichung im Vergleich zur Planung führen können, gesehen.
Legende
Diese Inhalte sind Teil des nichtfinanziellen Konzernberichts und unterlagen einer gesonderten Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited assurance“).